Forderungen effizient eintreiben - der Wirtschaftsclub informiert
"Effizientes Forderungsmanagement in Krisenzeiten", so lautete das Thema einer Veranstaltung Anfang dieser Woche im Kölner Domhotel. Dorthin hatte der Wirtschaftsclub Köln e.V. seine Mitglieder und Gäste eingeladen. Christian Kerner, Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender des Wirtschaftsclubs, führte in das Thema ein: "Viele Unternehmen haben derzeit Probleme, ihre Forderungen durchzusetzen. Wir möchten ihnen Handlungsanweisungen mitgeben." Wie wichtig dies ist, zeigte Referent Jens Schulze-Lohne auf, denn laut seiner Aussage sind drei Viertel aller Insolvenzen auf Zahlungsausfälle und -verspätungen zurückzuführen. "85 Prozent der deutschen Unternehmen leiden an Zahlungsverzug", sagte der Rechtsanwalt und zeigte sieben Regeln auf, die helfen sollen, sein Geld schnell zu bekommen.
Sieben Regeln
Zu diesen Regeln gehört an erster Stelle die Planung der Liquidität, das heißt den frühzeitigen Kontakt zur Hausbank zu suchen, um den Kreditrahmen zu planen und eventuell eine Forschungsausfallversicherung abzuschließen. Ebenso wichtig ist es, rechtzeitig Informationen einzuholen über die Bonität des Schuldners so beispielsweise mittels Schufa-Auskünften. Bei der Vertragsgestaltung wiederum sollen Unternehmer darauf achten, dass Leistungspflichten, Fälligkeiten und Sicherheiten darin enthalten sind. Auch die sofortige Rechnungsstellung ist ein wichtiger Punkt, bei dem auch auf Zahlungsfristen hingewiesen werden sollte.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Kontrolle der Zahlungseingänge, denn der Zeitablauf sollte sich in Grenzen halten. An sechster Stelle nannte der Referent das Mahnwesen mit Zahlungserinnerung und Mahnungen und an letzter Stelle das Durchsetzen der Forderung mittels außergerichtlicher Aufforderungen, der Beauftragung von Inkassounternehmen und Rechtsanwälten und im schlimmsten Falle der Einleitung eines Gerichtsverfahrens oder eines Insolvenzverfahrens. "Ziel ist es, dass ich mein Forderungsmanagement knapp und effizient halte" fasste Schulze-Lohne zusammen und beantwortete noch zahlreiche Rückfragen aus dem Publikum, die zeigten wie brennend dieses Thema derzeit ist.
Diese Veranstaltung war Teil der regelmäßigen Treffen des Wirtschaftsclubs Köln, bei denen Unternehmer, Führungskräfte und Freiberufler Informationen austauschen und der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Köln neue Impulse geben. Neben dem Knüpfen von Kontakten will der Club die ökonomischen Interessen der Mitglieder vertreten und ihre unternehmerischen Aktivitäten unterstützen. Der interdisziplinäre Austausch ist ein wichtiges Anliegen. Jeweils nur maximal drei Unternehmen aus einer Branche können Mitglieder im Club werden. Außer den Treffen am ersten Dienstag im Monat, zu denen der Wirtschaftsclub auch Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu Podiumsdiskussionen einlädt, gibt es auch andere Veranstaltungen wie Golfturniere oder Ausstellungsbesuche. Zur Förderung des Unternehmensstandortes verleiht der Club alljährlich den Kölner Unternehmenspreis. Während der im vergangenen Jahr an das Kölner Traditionsunternehmen Klosterfrau Healthcare ging, erhielt die Auszeichnung für besondere wirtschaftliche Leistung in diesem Jahr die Kölner Hofbräu P. Josef Früh KG aus den Händen von Oberbürgermeister Fritz Schramma. Der nächste Unternehmerpreis steht bereits in Haus. Unternehmen können sich vom 15. Januar bis 30. April kommenden Jahres bewerben. Nach Auswahl durch die Jury, zu der auch der Präsident und erste Vorsitzende des Wirtschaftsclubs, Marc E. Kurtenbach, gehört, wird der Unternehmerpreis jeweils im Juni bei einem Festakt im Dom-Hotel verliehen.
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