Nonne mit Unternehmergeist
Die Geschichte der Klosterfrau Healthcare Group ist beeindruckend: In der Schlacht von Waterloo 1815 pflegte die aus Brüssel stammende Nonne Maria Clementine Martin mit selbst zusammengestellten Kräutertinkturen die verwundeten Preußen. Dafür wurde die ausgebildete Kloster-apothekerin vom Preußischen Staat mit einer Leibrente bedacht. 1825 siedelte Maria Clementine Martin nach Köln um, wo sie den 86jährigen Domvikar Gumpertz pflegte. Zum Dank für ihre Dienste beschenkte der Geistliche die Nonne mit einem Haus, in dem die Klosterfrau 1826 ein kleines nach ihr benanntes Unternehmen zur Herstellung von Arzneien gründete. Erst über hundert Jahre später, nach der vollständigen Zerstörung der Firmenzentrale im Zweiten Weltkrieg, zog das Unternehmen in die Gereonsmühlengasse um, wo es heute noch seinen Sitz hat. Das Emblem des Melissengeistes mit den drei Nonnen im gotischen Spitzbogen kennen heute 94 Prozent aller Deutschen. Klosterfrau gehört inzwischen zu den führenden Anbietern von rezeptfreien Arzneimitteln. Im vergangenen Jahr wurde ein Gesamtumsatz von 429,82 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu Produktfamilie zählen rund 200 Marken. Darunter Taxofit, das Hustenmittel Bronchicum oder die Halspräparate von Neo Angin. Über Kooperationen mit der Schweizer Ricola AG oder der Condomi Healthcare International GmbH erschließen die Kölner neue Märkte. Das Unternehmen engagiert sich massiv im Bereich Ausbildung. 40 Auszubildende werden aktuell beschäftigt. Mit einem speziellen Mitarbeiterprogramm werden sie ermutigt, im Anschluss an ihre Lehre berufsbegleitend zu studieren. Eine Strategie, die sich auszahlt: "225 unserer 1.100 Mitarbeiter haben ihre Ausbildung bei uns absolviert. Die durchschnittliche Verweildauer im Unternehmen liegt aktuell bei zwölf Jahren", erklärt Friedrich Neukirch und fügte schmunzelnd hinzu: "Zehn Jahre davon sind Probezeit." Die Auszeichnung durch den Wirtschaftsclub hat das öffentlichkeitsscheue Unternehmen sehr gefreut. "Der Kölner Unternehmerpreis geht an all unsere Mitarbeiter, weil sie schließlich diesen Erfolg erst ermöglicht haben."